NRW06 - Jugendliche 4
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SpitzenkandidatInnen: Gruppenbild ohne Dame
Im Jahr 2006 sind die SpitzenkandidatInnen aller Parteien Männer. Bleibt die Geschlechterdemokratie auf der Strecke?

Die Bundesjugendvertretung (BJV) erarbeitet und implementiert seit 2005 eine Gender Mainstreaming Strategie. Seither werden viele kleine und oft auch große Schritte gesetzt, mit dem großen Ziel einer „de-facto-Gleichstellung“ von Frauen und Männern.

Uns ist eine gleichberechtigte Teilhabe der Geschlechter an gesellschaftlicher und politischer Arbeit wichtig. Im Mai 2006 wurde deshalb bei der Vollversammlung der BJV mit überwältigender Mehrheit eine Regelung beschlossen, die die geschlechterparitätische Besetzung der Leitungsgremien und aller weiteren Organe gewährleistet. Eine Quotenregelung als (vorübergehendes) Instrument, das sicherstellt, dass der erste Schritt getan ist: Akteurinnen und Akteure auf allen Ebenen, statt Frauen an der Basis und die Leitung als Gruppenbild mit oder gar ohne Dame.

Umso stärker fällt (und saurer stößt) uns nun auf, dass wir an dieser Stelle eine reine Männergruppe präsentieren werden. Im Jahr 2006 sind die SpitzenkandidatInnen aller (!) Parteien, die zur Nationalratswahl antreten, Kandidaten. Ein Zeichen dafür, dass in politischen Parteien, unabhängig von Couleur und Größe, Geschlechterdemokratie nach wie vor maximal ein Lippenbekenntnis ist?

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